Berufsausübungsgemeinschaft (BAG)

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Jan-Jonas Zimmer

Berufsausübungsgemeinschaft (BAG)

In der facettenreichen Welt des Gesundheitswesens gewinnt das Prinzip der Kollaboration immer mehr an Bedeutung. Ein Paradebeispiel dafür ist die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). 

Die BAG ist eine spezielle Kooperationsform, in der zwei oder mehrere Inhaber ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam eine Praxis zu betreiben. Es geht hierbei um weit mehr als nur die gemeinsame Nutzung eines Raumes – es ist ein vertraglich festgelegter, auf Langfristigkeit ausgerichteter Zusammenschluss, der darauf abzielt, gemeinsam medizinische Leistungen zu erbringen. Lediglich die Aufteilung der Kosten wird gemeinsam geregelt. Es gibt verschiedene Methoden, um die gemeinsamen Kosten auf die Mitglieder zu verteilen, wie beispielsweise pro Kopf, prozentual basierend auf den Einnahmen oder abhängig von der Nutzung bestimmter Einrichtungen wie Labors.

Die BAG präsentiert sich nach außen hin als einheitliche Einheit. Gewinne, die aus der gemeinsamen Arbeit resultieren, werden nach vorab festgelegten Kriterien aufgeteilt, und zwar unabhängig davon, welcher Arzt welche spezifische Leistung erbracht hat. Üblicherweise ist eine BAG als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) konstituiert, in manchen Fällen aber auch als Partnerschaftsgesellschaft (PartG).


Wichtige Bausteine einer BAG

  • Sie nutzen gemeinsame Räumlichkeiten, Ausstattung und Personal.
  • Es wird eine geteilte Datenbank für Patienten und ein gemeinsamer Behandlungsvertrag verwendet.
  • Gemeinschaftliche Haftung auch für die Fehler der Praxis Kollegen.
  • Es wird eine kollektive Abrechnung mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung durchgeführt.
  • Alle Inhaber teilen sowohl das unternehmerische Risiko als auch den Gewinn.
  • Die Gesellschaft wird öffentlich, zum Beispiel über ein gemeinsames Praxisschild, bekannt gemacht.
  • Die Möglichkeit einer gegenseitigen Vertretung ist gegeben.
 

Wie jedes Kooperationsmodell bringt auch eine BAG sowohl Vorzüge als auch Herausforderungen mit sich.


Die Vorteile einer BAG detailliert:

  • Eine BAG erlaubt es den Medizinern, schnell und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. 
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: In einer Gemeinschaftspraxis können Ärzte 
  • unterschiedlicher Fachrichtungen zusammenarbeiten und ihr Wissen austauschen. 
  • Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen kann die Praxis auch bei Abwesenheit eines Arztes fortgeführt werden. 
  • Flexibilität: Die Teilhaber können ihre Arbeitszeiten selbst bestimmen und sich gegenseitig vertreten, wenn nötig. 
  • Eine BAG kann besonders wertvoll für Mediziner, die in der Klinik den Rückhalt des Teams schätzen gelernt haben, sein. Auch bei schwierigen Fällen kann auf die Unterstützung eines Kollegen zurückgegriffen werden.
  • Zudem ist eine bessere Ausschöpfung des Budgets möglich. Wenn Praxisinhaber umfangreiche Spezialkenntnisse haben (z. B. Psychosomatik, Sonographie oder Kardiologie), können einzelne Budgets allein aus Zeitgründen selten voll ausgelastet werden. 
  • Durch die Einführung eines cleveren Mitarbeiter-Rotationssystems können die Sprechstunden erweitert werden und Ressourcen effizienter genutzt werden.
 

Die Nachteile einer BAG detailliert:

  • Eine intensive Kooperation kann zu Wettbewerbsbedingungen und Rivalitäten führen. 
  • Die Autonomie der Mediziner kann durch die Notwendigkeit von Kompromissen beeinträchtigt werden. 
  • Die Entscheidungsprozesse können sich hinziehen und die gerechte Aufteilung von Arbeit und Vergütung kann zu Auseinandersetzungen führen. Zudem können unterschiedliche Behandlungsansätze der Ärzte zu Dissonanzen führen. 
  • Unüberwindbare Differenzen können zur Trennung zwischen den Partnern führen.
 

Fazit

Die Gründung einer BAG ist eine Entscheidung, die wohlüberlegt sein muss. Es ist eine Reise, die sowohl sonnige als auch regnerische Tage mit sich bringen kann. Es ist wichtig, sich der potenziellen Herausforderungen bewusst zu sein und die Vorzüge zu nutzen, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Hier sind mit Sicherheit Team-Player-Qualitäten und Kompromissbereitschaft gefragte Eigenschaften

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